Lebensweltansätze
Die Gesundheit der Menschen wird sehr wesentlich durch ihr unmittelbares Lebensumfeld beeinflusst, d.h. durch Bedingungen (Belastungs- und Protektivfaktoren) in der Wohnumgebung, in der Kindertagesstätte, in der Schule, im Stadtteil, im Betrieb oder im Freizeitbereich. Zu diesen Bedingungen gehören auch die relativ stabilen sozialen Zusammenhänge, die das Spielen, Lernen, Arbeiten und Wohnen kennzeichnen. Solche durch soziale Beziehungen geprägten Lebenswelten werden als Settings bezeichnet.
Im Setting-Ansatz auf Grundlage der Ottawa-Charta werden die gesundheitsfördernden Potenziale einer Lebenswelt genutzt, um Gesundheitsbelastungen, sowie Anreize zu riskantem Gesundheitsverhalten zu senken und Gesundheitsressourcen zu stärken. Gesundheitsförderung und Prävention nach dem Setting-Ansatz haben den Vorteil, dass auch die Menschen erreicht werden, die sich in schwierigen sozialen Lebenslagen befinden, ohne dass Stigmatisierung stattfindet.
Der Setting-Ansatz ist eine Schlüsselstrategie der Gesundheitsförderung. Er richtet sich in seinen Interventionen auf soziale Systeme, d. h. auf Organisationen und Netzwerke von Organisationen und nicht auf einzelne Menschen und individuelles Gesundheits-/ Risikoverhalten. Interventionen setzen am sozialen System an und verändern vor allem Kommunikationsstrukturen, insbesondere Prioritäten in Entscheidungsprozessen und Regeln im System.
