AKTIONSBÜNDNIS FÜR GESUNDHEIT

Aktionsbündnis für Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern

Geschlechterperspektive

Genderworkshop 20.01.2010

Dieser Workshop war die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Arbeitgruppen Frauen- und Männergesundheit. (Landesarbeitsgemeinschaft Männergesundheit unter dem Dach der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV e.V. und des Gemeinsamen Arbeitskreises Frauengesundheit MV, eine Kooperation zwischen dem Landesfrauenrat MV e.V. und der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung MV e.V. mit Koordination beim Frauenbildungsnetz MV e.V.)

Seit längerer Zeit beschäftigen sich beide Arbeitsgruppen mit geschlechtsspezifischen Aspekten in Gesundheitsförderung und Prävention und haben festgestellt, dass eine gezielte Ansprache für Frauen wie für Männer notwendig ist.


Angestoßen durch die Impulse der Frauengesundheitsbewegung in Mecklenburg-Vorpommern widmet sich die Landesregierung verstärkt dem Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Gesundheit. Mit der Fortschreibung der Konzeption zur Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern  legt die Landesregierung ihre gleichstellungspolitische Arbeit für den Zeitraum November 2006 bis 2011 fest. Zudem wurde im Koalitionsvertrag für die 5. Legislaturperiode der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern in Ziffer 256 vereinbart, sich für eine geschlechtergerechte Gesundheitspolitik einzusetzen. So ist auf Initiative des Ministeriums für Soziales und Gesundheit des Landes M-V und der Parlamentarischen Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung die Steuerungsgruppe „Gender und Gesundheit“ als beratendes Gremium eingesetzt, in der u.a. der GAF und das Expertennetzwerk Männergesundheit mitarbeiten.

Vortrag zu diesem Thema von Dr. Birgit Babitsch, MPH, Gesundheitswissenschaftlerin an der Charitè/ Universitätsmedizin Berlin im Zentrum für Geschlechterforschung in der Medizin

"Und es gibt doch einen Unterschied" (Buchtipp: Birgit Babitsch: Soziale Ungleichheit, Geschlecht und Gesundheit. Verlag Hans Huber (Bern, Göttingen, Toronto, Seattle), 2005

Das Geschlecht hat Einfluss auf den Gesundheitszustand, das gesundheitsrelevante Verhalten und den Zugang zum gesundheitlichen Versorgungssystem.

Frauen sind anders krank als Männer, diese Erkenntnis hat sich nicht zuletzt durch die aktive Frauengesundheitsbewegung der letzten Jahrzehnte durchgesetzt. Die unterschiedlichen Lebenslagen, Lebensstile und Gesundheitsprobleme von Frauen und Männern erfordern aber auch eine geschlechtsspezifische Gesundheitsförderung. In der Praxis wird dieser Gesichtspunkt noch häufig vernachlässigt.

Schon in der Kindheit sind geschlechterdifferenzierte Ansätze in der Gesundheitsförderung erforderlich. So zeigen Daten der Schuleingangsuntersuchungen deutliche Unterschiede im Ausmaß der Bewegungsstörungen oder psychischen Auffälligkeiten bei Mädchen und Jungen. Die Ergebnisse der Basisstudie des Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (KiGGS) zeigen, dass die Jungen bei Verhaltensauffälligkeiten überrepräsentiert sind. 11,5 % der Mädchen und 17,8 % der Jungen sind verhaltensauffällig. Der Unterschied ist in allen Altersgruppen zu finden.

Aber auch im Gesundheitsverhalten Jugendlicher gibt es erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede, die sich in Präventionsstrategien widerspiegeln müssen: Bei jungen Männern ist das ausgeprägte Risikoverhalten hierfür ein Beispiel. Von Mangelernährung sind wiederum mehr Mädchen als Jungen betroffen. Die Nationale Verzehrstudie II(1) zeigte, dass der Anteil unterernährter Mädchen zwischen dem 14. und dem 17. Lebensjahr von vier auf fast zehn Prozent ansteigt.

(1) Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel, 2008


Weiterführendes:

www.gender-mainstreaming.net

www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/gleichstellung.html

www.genderkompetenz.info/

Frauen in Bildung und Forschung

Europäische Kommission- Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit


20. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen

Am 10. und 11. Juni 2010 fand die 20. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen und -minister der Länder (GFMK) in Dresden statt. Das Schwerpunktthema lautete „Geschlechtsspezifische Aspekte der medizinischen Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention“.

Ein wichtiges Ergebnis der Gespräche war, dass die gesundheitsbezogenen Unterschiede zwischen Frauen und Männer auch von Arbeits- und Lebensbedingungen und Erfahrungen im Gesundheitssystem bestimmt sind. Die Weiterentwicklung gesundheitlicher Angebote und Leistungen im Hinblick auf die geschlechterspezifischen Gesundheitsaspekte sollte somit zur Aufgabe aller Akteure auf diesem Gebiet werden.

Die Ministerinnen und Minister benannten die Bedeutung einer geschlechtergerechten Gesundheitsversorgung, -förderung und –prävention als wichtigen Faktor für ein funktionierendes und zukunftsfähiges Gesundheitssystem.

Neben dem Thema Frauen und Gesundheit standen Beschlüsse zu den gleichstellungspolitischen Schwerpunkten des Bundesfamilienministeriums auf der Tagesordnung. Dazu zählen die Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern, die Erhöhung des Frauenanteils in Aufsichtsräten deutscher Unternehmen und der Erste Gleichstellungsbericht der Bundesregierung.

Ein Forum für Gleichstellung
Die GFMK ist das Forum der Frauen- und Gleichstellungsminister und -ministerinnen der Bundesländer. Ihr Ziel ist es, in Fragen der Gleichstellungs- und Frauenpolitik gemeinsame Positionen zu entwickeln und Strategien abzustimmen.


Die Beschlüsse der Konferenz können Sie hier einsehen.